Wissenschaftliche Projekte

Neben einzelnen wissenschaftlichen Projekten werten wir klinisch erhobenen Daten wie beispielsweise Gewichtsverläufe oder Blutwerte unserer Patienten systematisch aus. Dies dient einerseits der Qualitätssicherung, andererseits ergeben sich aus diesen Auswertungen auch wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse. Nur so können wir Sie zum Beispiel über Erfolgsquoten oder auch Komplikationsraten verschiedener Operationen fundiert informieren. Selbstverständlich bleibt hierbei stets unsere Geheimhaltungspflicht gewahrt und die erhobenen Daten werden ausschliesslich in anonymisierter Form, d.h. ohne Bekanntgabe von Namen einzelner Pesonen, veröffentlicht.
Folgende einzelne Projekte werden derzeit an unserem Zentrum durchgeführt:
Wiederherstellung der Beta-Zellfunktion in Abhängigkeit von der adipoinsulären und enteroinsulären Achse nach Magenbypassoperation bei morbid adipösen Patienten mit Typ 2 Diabetes
| Projektleitung: | Prof. Dr. Bernd Schultes |
| Kooperationen: | Prof. Dr. Thomas Pieber, Abteilung für Endokrinologie und Nuklearmedizin, Medizinische Universität Graz, Österreich |
| Finanzierung: | European Foundation for the Study of Diabetes |
| Status: | Projekt läuft aktuell |
In diesem Projekt geht es darum herauszufinden, warum der Type 2 Diabetes bei sehr adipösen Patienten fast immer direkt nach einer Magenbypass-Operation verschwindet. Dabei werden durch eine Reihe von Stoffwechseluntersuchungen die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Diabetes-Heilung genauer untersucht werden. Patienten mit Diabetes werden in dem Projekt dabei vor und nach einer erfolgten Magenbypass-Operation bezüglich ihres Zuckerstoffwechsels genauer als sonst üblich untersucht. Er wird erwarte, dass durch die Untersuchungen weitreichende, neue Ergebnisse hinsichtlich der Ursachen des Typ 2 Diabetes gewonnen werden, welche helfen könnten, zukünftig bessere Therapien für die Diabetes-Krankheit zu entwickeln.
Zentralnervöse Verarbeitung visueller Nahrungsreize bei schwerer Adipositas und nach Magenbypassoperation - Eine fMRI Studie
| Projektleitung: | Prof. Dr. Bernd Schultes |
| Kooperationen: | Prof. Dr. Niels Birbaumer, Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie, Universität Tübingen, Deutschland |
| Finanzierung: | Teilfinanzierung durch das Kompetenznetzwerk Adipositas, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutschland |
| Status: | Projekt läuft aktuell |
Essverhalten wird durch das Gehirn gesteuert. Mittels der funktionellen Magnetresonanz Tomographie (fMRI) lässt sich die Aktivität in verschiedenen Bereichen des Gehirns messen. In der Studie soll die Gehirnaktivität mittels fMRI während des Ansehens von Essensbildern gemessen und zwischen adipösen und normalgewichtigen Personen verglichen werden. Zusätzlich werden Personen untersucht, die sich bereits einer Magenbypass-Operation unterzogen haben, da diese Operation offensichtlich einen deutlichen Einfluss auf das Essverhaltens ausübt. Wir erwarten durch diese Untersuchungen neue Erkenntnis auf dem Gebiet der zentral nervösen Regulation des Essverhaltens sowie in Bezug auf die bislang unvollständig verstandene Wirkungsweise von Magenbypass-Operationen.
Effekte eines 6-wöchigen Ganzkörpervibrationstrainings bei adipösen Erwachsenen
| Projektleitung: | Jeanette Frick, Prof. Dr. Bernd Schultes |
| Kooperationen: | Dr. Brigitte Wirth, Institut für Bewegungswissenschaften und Sport; ETH Zürich |
| Finanzierung: | Eigenmittel |
| Status: | Studie abgeschlossen, Daten in Auswertung und Publikation |
Vibrationsplattentraining wird aktuell sehr stark als Trainingsmethode bei Adipositas propagiert. Bislang sind die tatsächlichen Effekte dieser Trainingsmethode bei Personen mit Adipositas jedoch nicht wissenschaftlich untersucht worden. In dem Projekt untersuchen wir daher erstmals die Auswirkungen eines 6-wöchigen Vibrationsplattentrainings auf die Körperzusammensetzung, den Ruheenergieverbrauch sowie die körperlich Fitness. Es handelt sich dabei um eine randomisierte, kontrollierte Studie, in der eine Gruppe adipöser Personen ausschliesslich ein Ausdauertrainingsprogramm und eine weitere Gruppe zusätzlich ein Vibrationsplattentraining absolviert. Die jeweiligen Testungen erfolgen vor Beginn und am Ende des Trainingsprogramms.
Veränderung von Ernährungsgewohnten und nutritiver Parametern bei Adipositas und nach bariatrischer Chirurgie
| Projektleitung: | Barbara Ernst, Dr. Martin Thurnheer, Prof. Dr. Bernd Schultes |
| Finanzierung: | Eigenmittel |
| Status: | Studie läuft |
Im Rahmen dieses Projekt werden klinisch erhobene Daten bezüglich Ernährungs-relevanter Blutwerte systematisch ausgewertet. Zusätzlich werden verschiedenen Aspekte des Essverhaltens mittels Fragebögen bei verschiedenen Personengruppen erfasst. Im Rahmen des Projektes konnten bereits einige neue Erkenntnisse gewonnen und publiziert werden. So konnten wir beispielsweise nachweisen, dass schwer adipöse Personen sehr häufig Vitaminmängel aufweisen, was hinsichtlich der Behandlung zukünftig durchaus relevant sein dürfte. Zudem konnten wir zeigen, dass sich das Essverhalten und die Auswahl konsumierter Nahrungsmittel nach bariatrischen Operationen erheblich ändern und zwar in Abhängigkeit von dem jeweils eingesetzten Verfahren.
Ruheenergieverbrauch und körperliche Fitness bei Menschen mit extremer Adipositas
| Projektleitung: | Dr. Britta Wilms, Prof. Dr. Bernd Schultes |
| Finanzierung: | Eigenmittel |
| Status: | Studie läuft |
Im Rahmen dieses Projekts werden mittels indirekter Kalorimetrie sowie Spiroergometrie erhobene Daten systematisch ausgewertet. Hintergrund dieser Untersuchung ist, dass es für Menschen mit einem Körpergewicht über 100 kg bislang so gut wie keine Normwerte hinsichtlich des Ruhenergieverbrauchs sowie der körperlichen Fitness gibt. Ohne Normwerte lassen sich die Ergebnisse einzelner Personen jedoch völlig unzureichend interpretieren. In einem ersten Schritt sollen daher anhand klinisch erhobener Daten Normwert aufgestellt werden. In einem zweiten Schritt soll dann festgestellt werden, inwieweit sich Abweichungen von der Norm einzelner Personen erklären lassen und welche klinische Bedeutung diese Abweichungen haben.





