Ursachen
Lebensstil
In den westlichen Industrienationen sowie auch in den so genannten Schwellenländern nimmt die Häufigkeit von Übergewicht zur Zeit dramatisch zu.
In der Schweiz sind derzeit etwa 8% der Bevölkerung adipös (BMI > 30 kg/m²), etwa 1% sind krankhaft übergewichtig (BMI > 40 kg/m²).
Die Ursache für das gehäufte Vorkommen von schwerem Übergewicht liegt in den heutigen Lebensumständen, welche geprägt sind durch eine nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln sowie dem allgemeinen Bewegungsmangel. Insbesondere sind heute Nahrungsmittel mit einer sehr hohen Energiedichte, das heisst viel Energie bei relativ geringem Volumen, überall verfügbar. Technische Errungenschaften wie Autos, Computer, etc. haben dazu geführt, dass wir uns heute deutlich weniger als noch vor einigen Jahren zur Verrichtung unseres Alltags bewegen müssen.
Insgesamt führt dies dazu, dass mehr Energie über Nahrung aufgenommen wird, als vom Körper verbraucht wird. Das Ergebnis ist eine positive Energiebilanz. Die überschüssige Energie wird in Form von Fettgewebe im Körper abgelagert, was letztlich zum Übergewicht führt.
Hormonstörungen
In seltenen Fällen resultiert eine Adipositas aus hormonellen Störungen. Entsprechende Erkrankungen der Hormonsysteme müssen daher bei Verdacht gezielt ausgeschlossen werden. Klassische Beispiele für solche Hormonstörungen sind die Schilddrüsenunterfunktion oder die vermehrte Ausschüttung des Nebennierenrindenhormons Kortisol (auch Cushing Syndrom genannt). Mit der rasanten Verbreitung der Übergewichtigkeit in der allgemeinen Bevölkerung haben derartige, sehr seltene Hormonstörungen allerdings nichts zu tun.
Gewichtsregulation
Glücklicherweise betrifft die Übergewichtsproblematik nicht alle Menschen im gleichen Masse. Offensichtlich existiert bei denjenigen Menschen, die trotz der beschriebenen modernen Lebensumstände schlank bleiben, ein sehr gut funktionierendes Regulationssystem, welches Energieaufnahme und Energieverbrauch kontinuierlich in Balance hält. Dieses Regulationssystem wurde in den letzteren Jahren weltweit intensiv erforscht. Dabei ist klar geworden, dass es sich hierbei um ein extrem komplexes System handelt, in dessen Mittelpunkt das Gehirn als oberstes Regulationszentrum steht. Hier werden verschiedenste hormonelle und metabolische Signale aus dem Körper integriert und verarbeitet, um dann Ernährungsverhalten und Energieverbrauch zu steuern. Aufgrund der Komplexität des Regulationssystems ist es bislang leider noch nicht gelungen, Medikamente zu entwickeln, welche dieses System gezielt, nachhaltig und effektiv im Sinne einer Gewichtsreduktion beeinflussen.
Gene
Bei übergewichtigen Menschen scheint das Regulationssystem des Körpergewichts gestört zu sein. Trotz intensiver Forschungsbemühungen existiert hierfür bislang keine überzeugende wissenschaftliche Erklärung. Eindeutig belegt ist allerdings, dass Erbfaktoren (Gene) bei der Entstehung von Übergewicht eine besondere Rolle spielen.


