Voruntersuchungen

Voraussetzung für die Durchführung einer chirurgischen Therapie ist eine möglichst genaue Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Dabei muss vor allen Dingen das Herzkreislaufsystem sowie Lungenfunktion beurteilt werden, um eine Risikoeinschätzung hinsichtlich der angestrebten Operation vornehmen zu können. Allgemeingültige Standards, welche Untersuchungen genau durchgeführt werden müssen, gibt es bislang nicht. Daher können die durchgeführten Voruntersuchungen von Zentrum zu Zentrum durchaus unterschiedlich sein. Meistens sind jedoch folgende Untersuchungen notwendig:

  • Belastungs-EKG - Zur Beurteilung der Belastbarkeit des Herzens
  • Lungenfunktion - Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Atemsystems
  • Ultraschall des Bauches - Zur Beurteilung der anatomischen Verhältnisse, zum Ausschluss des Vorliegens von Gallenblasensteinen sowie weiteren krankhaften Organveränderungen.
  • Magenspiegelung – Zum Ausschluss von Entzündungen im Magen-/Speiseröhrenbereich sowie von Zwerchfellbrüchen.
  • Speiseröhren-Druckmessung (Oesophagusmanometrie) – Zur Überprüfung der normalen Funktionsfähigkeit der Speiseröhre.

Da das Risiko des Vorliegens von Krebserkrankungen bei sehr übergewichtigen Patienten deutlich erhöht ist, ist es sinnvoll, die häufigsten Krebsarten vor der Operation auszuschliessen. Konkret geht es dabei um folgende Untersuchungen:

  • Röntgenuntersuchung der Lunge (vor allem bei Rauchern)
  • Reguläre frauenärztliche Vorsorgeuntersuchung innerhalb des letzten Jahres vor der Operation
  • Dickdarmspiegelung bei Patienten mit einem Altern von über 50 Jahren sowie bei jüngeren Patienten mit Darmkrebs-Erkrankungen in der Verwandtschaft ersten Grades.

Neben diesen körperlichen Abklärungen werden häufig auch psychologische bzw. psychiatrische Abklärungen durchgeführt. Hierbei geht es vor allem darum, in einem ausführlichen Gespräch zu beurteilen, ob der Patient psychisch in der Lage ist, den Eingriff sowie die sich langfristig daraus ergebenden Konsequenzen (Veränderung des Körperbildes, Nachkontrollen, etc.) zu verkraften. Bei Bedarf sollte eine psychotherapeutische Begleittherapie als unterstützende Massnahme vom entsprechenden Zentrum angeboten werden können.

Bestehende Vorerkrankungen sowie eventuell neu entdeckte Erkrankungen müssen vor Durchführung der angestrebte Operation so gut wie nur irgend möglich behandelt werden, um das operative Risiko zu minimieren. Beispiele hierfür sind eine optimale Blutdruckeinstellung bei vorliegendem Bluthochdruck oder eine optimale Blutzuckereinstellung bei Patienten mit Diabetes mellitus.